BGE: Unbezahlter Urlaub verlängert Probezeit nicht

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Arbeitsrecht
Bundesgericht: Unbezahlter Urlaub verlängert Probezeit nicht

Die Probezeit darf vom Arbeitgeber nicht verlängert werden, wenn der Angestellte in dieser Phase unbezahlten Urlaub genommen hat. Das Bundesgericht hat einer junger Genfer Mutter Recht gegeben.

Die Serviceangestellte hatte wegen ihrer Schwangerschaft innerhalb der dreimonatigen Probezeit fünf Wochen unbezahlten Urlaub genommen. Rund vier Monate nach Arbeitsaufnahme wurde sie von ihrem Arbeitgeber unter Einhaltung der für die Probezeit vereinbarten Kündigungsfrist von drei Tagen entlassen.
Ihr Chef hatte die Auffassung vertreten, dass sich die Probezeit um die Dauer ihres Urlaubs verlängert habe. Das Bundesgericht hat nun in letzter Instanz bestätigt, dass die Kündigung nichtig ist und die Betroffene rund 28'000 Franken Lohnnachzahlung erhält.

Laut den Richtern in Lausanne darf die Probezeit, deren Dauer gesetzlich auf drei Monate limitiert ist, nicht um die Dauer eines unbezahlten Urlaubs verlängert werden. Eine solche Verlängerung sei gemäss Arbeitsrecht nur zulässig wegen Krankheit, Unfall oder der Erfüllung einer Militärdienstpflicht.