Statement des BB Biotech-Verwaltungsrats über die Strategieüberprüfung im 1. Halbjahr 2012

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BB Biotech informiert über strukturierte Ausschüttungspolitik und begründet die Ablehnung des Vorschlags der Vontobel Gruppe

Der Verwaltungsrat von BB Biotech AG (Ticker Symbol: BION) informiert am 19. Juli 2012 über die Resultate der im ersten Halbjahr 2012 durchgeführten Strategieüberprüfung. Aufgrund der Ergebnisse dieser Überprüfung wird der Verwaltungsrat eine strukturierte Ausschüttungspolitik einführen, mit der Absicht den Aktionären eine jährliche Rendite von 10% zu ermöglichen (Kombination von steuereffizienten Barausschüttungen und kontinuierlichen Aktienrückkäufen). Weiterer Bestandteil der Strategieüberprüfung war auch eine ausführliche Beurteilung des Vorschlags der Vontobel Gruppe, welcher eine Restrukturierung von BB Biotech von einer börsennotierten Beteiligungsgesellschaft in einen nicht notierten Anlagefonds vorsieht. Nach sorgfältiger und eingehender Prüfung des Sachverhalts, unter Einbezug von Beratern, kam der Verwaltungsrat einstimmig zum Schluss, dass der Vorschlag der Vontobel Gruppe nicht im besten Interesse der Gesellschaft und ihrer Aktionäre liegt und folglich abzulehnen ist.

Der Verwaltungsrat hält fest, dass sich der Aktienkurs von BB Biotech in den letzten zwölf Monaten ausgezeichnet entwickelt hat (32.9% in CHF). In diesem Zeitraum hat BB Biotech den Schweizer Aktienmarkt, repräsentiert durch den Swiss Performance Index («SPI»), bei Weitem übertroffen (3.0% in CHF). Basierend auf den konsolidierten Finanzzahlen schliesst das erste Halbjahr 2012 mit einem Konzerngewinn nach Steuern von CHF 354 Mio. ab. Dieses Resultat spiegelt die erfolgreiche Anlagestrategie der BB Biotech und deren konsequente Umsetzung wider.

Regelmässige Strategieüberprüfung

Der Verwaltungsrat wertet die jüngste Performance als Indikator für die erfolgreiche Investmentstrategie von BB Biotech. Dennoch prüft er regelmässig strategische Optionen mit Blick auf eine langfristige und nachhaltige Wertsteigerung für die Gesellschaft und ihre Aktionäre. Insbesondere im aktuellen, volatilen Marktumfeld mit seinen raschen Änderungen und grossen Herausforderungen legt der Verwaltungsrat grossen Wert auf eine gründliche und kontinuierliche Prüfung der Auswirkungen von makroökonomischen Faktoren, um bei Bedarf die Unternehmensstrategie entsprechend anzupassen.

Der Verwaltungsrat hat mit Unterstützung seiner unabhängigen Finanz- und Rechtsberater, UBS und Homburger, eine detaillierte Prüfung aller möglichen strategischen Optionen für BB Biotech vorgenommen. Diese Strategieüberprüfung schloss auch eine vertiefte Analyse eines Umtauschangebots von einer börsennotierten Beteiligungsgesellschaft in einen nicht notierten Anlagefonds ein, wie dies von der Vontobel Gruppe vorgeschlagen wurde. Im Rahmen dieser Strategieüberprüfung kam der Verwaltungsrat einstimmig zum Schluss, dass die Strategie von BB Biotech als börsennotierte Beteiligungsgesellschaft mittel- und langfristig im besten Interesse der Gesellschaft und ihrer Aktionäre ist.

Strukturierte Ausschüttungspolitik

Der Verwaltungsrat hat eine Reihe von Alternativen zur Wertsteigerung von BB Biotech als börsennotierte Beteiligungsgesellschaft geprüft und entschieden, als erste Massnahme eine strukturierte Ausschüttungspolitik einzuführen. Diese zielt darauf ab, den Aktionären mittels einer Kombination von steuereffizienten Barausschüttungen und kontinuierlichen Aktienrückkäufen eine jährliche Rendite von 10% zu ermöglichen.

Der Verwaltungsrat schlägt vor, eine jährliche Barausschüttung im Umfang von rund 5% des Aktienkurses aus den bestehenden Kapitaleinlagereserven in Höhe von rund CHF 400 Mio. zu tätigen. Diese Barausschüttung ist in der Schweiz steuerlich begünstigt und ermöglicht den Aktionären in den kommenden Jahren einen gesicherten, steuerlich attraktiven Ertrag. Darauf gestützt wird der Verwaltungsrat an der ordentlichen Generalversammlung 2013 beantragen, eine verrechnungssteuerbefreite Barausschüttung im Betrag von CHF 4.50 pro Aktie vorzunehmen. Der Verwaltungsrat hat ferner entschieden, das laufende Aktienrückkaufprogramm im Rahmen der verbleibenden rund 620‘000 Aktien (rund 4.8% der ausstehenden Aktien) bis zur Generalversammlung 2013 weiterzuführen. Der Verwaltungsrat plant zudem, sich zukünftig für jährliche Aktienrückkäufe im Umfang von rund 5% des ausstehenden Aktienkapitals autorisieren zu lassen.

Der Einfluss externer Faktoren wie Marktverfassung, Sektorperformance und Marktvolatilität hat bekanntlich erhebliche Auswirkungen auf die Entwicklung des Aktienkursabschlags zum Inneren Wert des Anlageportfolios. In diesem Zusammenhang hat sich die Festlegung eines engen Zielbandes weder als zweckmässig noch als prognostizierbar erwiesen. Der Verwaltungsrat wird daher zukünftig auf eine derartige Zielsetzung verzichten. Er wird sich natürlich aber weiterhin darum bemühen, den Abschlag soweit möglich im Interesse der Gesellschaft und der Aktionäre zu kontrollieren.

BB Biotech lehnt Vorschlag der Vontobel Gruppe ab

Die Vontobel Gruppe unterbreitete dem Verwaltungsrat Ende Januar 2012 einen Vorschlag zur Umwandlung von BB Biotech von einer börsennotierten Beteiligungsgesellschaft in einen nicht notierten Anlagefonds. Im Einklang mit seinen Pflichten hat der Verwaltungsrat mit Hilfe seiner unabhängigen Finanz- und Rechtsberatern den Vorschlag sorgfältig und eingehend geprüft. Anschliessend hat der Verwaltungsrat die Vontobel Gruppe eingeladen, eine Reihe struktureller und anderweitig unklarer Punkte zu verdeutlichen, welche für die Beurteilung der Machbarkeit und Erfolgswahrscheinlichkeit einer Transaktion von wesentlicher Bedeutung sein würden. Anstatt eine Vertraulichkeitserklärung zu unterzeichnen, um die Diskussion zu vertiefen, entschied sich die Vontobel Gruppe für eine unaufgeforderte öffentliche Bekanntmachung ihres Vorschlags ohne vorgängige Abstimmung mit BB Biotech.

Der Vorschlag der Vontobel Gruppe ist faktisch eine Kopie der BB Medtech Transaktion, obschon die Ausgangslage in wichtigen Belangen nicht vergleichbar ist. Der Verwaltungsrat erachtet den Vorschlag als ungenügend, weil er wesentlichen Unterschieden keine Bedeutung beimisst und dabei finanziell, strukturell und strategisch unzulänglich ist.

Aus finanzieller Sicht würden die von der Vontobel Gruppe vorgeschlagenen Bedingungen zu einem substantiellen Wertverlust führen und der Vontobel Gruppe einen Gewinn zu geringem Risiko ermöglichen. Dieser bedeutende Gewinn für die Vontobel Gruppe lässt sich nach Ansicht des Verwaltungsrats aus finanziellen Überlegungen nicht rechtfertigen. Der Vorschlag lässt wichtige steuerliche Aspekte ungeprüft und zieht die Kapitaleinlagereserven von BB Biotech nicht mit ein. Ausserdem erwartet der Verwaltungsrat, dass ein Umtauschangebot signifikante Verkäufe nach sich zieht, wie dies auch in vergangenen Transaktionen der Fall gewesen war; das würde zu weiteren Wertverlusten für BB Biotech Aktionäre führen.

Aus struktureller Sicht zeigte die Vontobel Gruppe nicht auf, dass das vorgeschlagene Umtauschangebot für alle Aktionäre zugänglich gemacht werden kann – ohne negative steuerliche sowie regulatorische Folgen. Im Gegensatz zu BB Medtech ist BB Biotech an verschiedenen Börsen notiert und verfügt daher über eine breite Aktionärsbasis in verschiedenen Rechtsräumen. Die Transaktion schliesst ferner einen Wechsel des Gesellschaftszweckes bzw. eine Liquidation von BB Biotech mit ein. Das würde eine Zustimmung der Generalversammlung mit Zweidrittelsmehrheit erfordern. Der Verwaltungsrat erachtet es darüber hinaus als äusserst unsicher, ob das Umtauschangebot die erforderlichen Andienungsbedingungen und Squeeze-out Schwellen erreichen würde.

Auch aus strategischer Sicht weist eine notierte Beteiligungsgesellschaft gegenüber einem Anlagefonds erhebliche Vorteile auf. Der Restrukturierungsvorschlag der Vontobel Gruppe könnte nämlich zu einer nachteiligen Anlageperformance führen; die Flexibilität eines Anlagefonds ist eingeschränkt in Bezug auf die Investition in „High Conviction Stocks“, weniger liquide Positionen aus Wachstumsmärkten oder Private Equity Unternehmen, langfristige Investitionen aus verschiedenen Entwicklungszyklen sowie antizyklisches Investitionsverhalten. Darüber hinaus würde der starke Markenname von BB Biotech beeinträchtigt und ihr einzigartiger Zugang zum Top-Management und zu Research Mitarbeitern von gegenwärtigen und zukünftigen Portfoliogesellschaften eingeschränkt. Der Vorschlag der Vontobel Gruppe unterlässt es weiter, eine erkennbare oder differenzierte Strategie, einen Prozess oder eine Zielsetzung für das Investitionsvorhaben zu definieren.

Der Verwaltungsrat weist zudem darauf hin, dass Investoren bereits die Wahl haben zwischen einer Investition in die notierte Beteiligungsgesellschaft BB Biotech AG und in einen BB Biotech Anlagefonds nach Luxemburgischem Recht. Darüber hinaus stehen Investoren eine Reihe weiterer Biotech Sektorfonds als Anlagevehikel zur Verfügung. Die bestehende Wahlmöglichkeit zeigt, dass ein Grossteil der Investoren eine Investition in Aktien von BB Biotech bevorzugt – das ist eine aussagekräftige Bestätigung für die gegenwärtige Struktur von BB Biotech.

Abschliessend lässt sich feststellen, dass der Verwaltungsrat, unterstützt durch seine Berater, eine umfassende Analyse zur Beurteilung von strategischen und strukturellen Lösungsansätzen durchgeführt hat. Basierend darauf werden wesentliche Verbesserungen in Angriff genommen. Der Verwaltungsrat beurteilt den Vorschlag der Vontobel Gruppe als nachteilig im Vergleich zur gegenwärtigen Rechtsform von BB Biotech. Der Verwaltungsrat kann daher nicht rechtfertigen, dass die Vontobel Gruppe in den Genuss eines Gewinns auf Kosten seiner Aktionäre kommt, welche sich an BB Biotechs Erfolgsgeschichte erfreuen und seit 1993 in den Genuss einer durchschnittlichen jährlichen Rendite von 8.8% (in CHF) kommen.

Auf Grundlage dieser ausführlichen Überprüfung kam der Verwaltungsrat zum Schluss, dass der Vorschlag der Vontobel Gruppe nicht im besten Interesse der Gesellschaft und ihrer Aktionäre liegt und daher abzulehnen ist.

Ausblick

Der Verwaltungsrat ist optimistisch hinsichtlich BB Biotechs Portfolioentwicklung in der zweiten Jahreshälfte und ist äusserst zuversichtlich, dass die Kombination einer steuereffizienten Barausschüttung und kontinuierlicher Aktienrückkäufe, wie auch weitere Kapitalgewinne durch Portfolioinvestitionen in wachstumsstarke Biotech Unternehmen, eine attraktive Anlageoption im heutigen Niedrigzinsumfeld bietet.

Unternehmensprofil

BB Biotech beteiligt sich an Gesellschaften im Wachstumsmarkt Biotechnologie und ist heute einer der weltweit grössten Anleger mit ca. CHF 1.2 Mrd. Assets under Management in diesem Sektor. BB Biotech ist in der Schweiz, in Deutschland und in Italien notiert. Der Fokus der Beteiligungen liegt auf jenen börsennotierten Gesellschaften, die sich auf die Entwicklung und Vermarktung neuartiger Medikamente konzentrieren. Für die Selektion der Beteiligungen stützt sich BB Biotech auf die Fundamentalanalyse von Ärzten und Molekularbiologen. Der Verwaltungsrat verfügt über eine langjährige industrielle und wissenschaftliche Erfahrung.

Disclaimer

Diese Veröffentlichung enthält zukunftsgerichtete Aussagen und Erwartungen sowie Beurteilungen, Ansichten und Annahmen. Diese Aussagen beruhen auf den aktuellen Erwartungen von BB Biotech, ihren Direktoren und leitenden Mitarbeitenden und sind daher mit Risiken und Unsicherheiten verbunden, die sich mit der Zeit ändern können. Da die tatsächlichen Entwicklungen erheblich abweichen können, übernehmen BB Biotech, ihre Direktoren und leitenden Mitarbeitenden diesbezüglich keine Haftung. Alle in dieser Veröffentlichung enthaltenen Aussagen werden nur mit Stand vom Zeitpunkt dieser Veröffentlichung getätigt, und BB Biotech, ihre Direktoren und leitenden Mitarbeitenden gehen keinerlei Verpflichtung ein, zukunftsgerichtete Aussagen aufgrund neuer Informationen, künftiger Ereignisse oder sonstiger Faktoren zu aktualisieren.

Bild: © BB Biotech

(Communiqué, 19.07.2012)

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