Schweizerische Nationalbank bleibt bei ihrem Kurs

0
738

Nationalbank behält Mindestkurs unverändert bei

Die Schweizerische Nationalbank behält den Mindestkurs von 1.20 Franken pro Euro unverändert bei und wird ihn auch in Zukunft mit aller Konsequenz durchsetzen. Sie ist weiterhin bereit, dazu Devisen in unbeschränkter Höhe zu kaufen. Der Franken ist nach wie vor hoch bewertet und belastet die Schweizer Wirtschaft. Die Nationalbank wird deshalb eine Aufwertung des Frankens mit ihren schwerwiegenden Folgen für die Preis- und Wirtschaftsentwicklung in der Schweiz nicht zulassen. Sie belässt das Zielband für den Dreimonats-Libor bei 0% - 0,25%. Wenn nötig ist sie bereit, jederzeit weitere Massnahmen zu ergreifen.

Die bedingte Inflationsprognose der Nationalbank fällt im Vergleich zum Juni etwas tiefer aus. Sie beruht auf einem Dreimonats-Libor von 0%. Die nochmals gedämpfteren Inflationsaussichten sind zum einen auf ungünstigere Perspektiven für die Weltwirtschaft und eine ausgeprägtere Unterauslastung der Produktionskapazitäten in der Schweiz zurückzuführen. Zum anderen ist die erwartete Abwertung des Frankens bisher ausgeblieben. Die Prognose geht nach wie vor von einer Abschwächung des Frankens über den Prognosezeitraum aus. Für 2012 wird eine Inflationsrate von minus 0,6% erwartet. Für 2013 rechnet die Nationalbank mit einer Inflation von 0,2% und für 2014 von 0,4%. Für die nächsten Jahre gibt es somit in der Schweiz keine Inflationsgefahren.

Im zweiten Quartal 2012 schwächte sich das Wirtschaftswachstum weltweit ab. Obwohl die Schwellenländer die globale Expansion weiterhin stützten, fielen ihre Wachstumsraten geringer als erwartet aus. In den USA blieb die Wirtschaftsentwicklung kraftlos. In der Eurozone verschärften sich die rezessiven Tendenzen; viele Peripherieländer verzeichneten stark negative Wachstumsraten. Das ungünstige internationale Umfeld belastete auch die Schweizer Wirtschaft. Im zweiten Quartal ging das reale Bruttoinlandprodukt leicht zurück und die Arbeitslosenzahl stieg an. Aufgrund der schlechteren weltwirtschaftlichen Aussichten und der Abwärtsrevision des Bruttoinlandprodukts für die zurückliegenden Quartale erwartet die SNB für 2012 nun ein Wachstum von rund 1% für die Schweiz gegenüber 1,5% im Juni.

Die Abwärtsrisiken für die Schweizer Wirtschaft werden auch in der nächsten Zeit hoch bleiben. Die globale Konjunkturlage bleibt verletzlich. Auf den Wachstumsperspektiven lastet einerseits die Krise in der Eurozone, andererseits die Unsicherheit über anstehende fiskalpolitische Entscheidungen in den USA. Auch die Lage an den Finanzmärkten bleibt fragil. Zudem gehen von der weiterhin hohen Dynamik auf dem schweizerischen Hypothekar- und Immobilienmarkt für Wohneigentum mittelfristig Risiken für die Finanzstabilität aus.

Foto: © SNB

(Communiqué, 13.09.2012)