SNB setzt den Mindestkurs von Fr. 1.20 pro Euro konsequent durch

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Die Schweizerische Nationalbank bekräftigt den Mindestkurs von 1.20 Franken pro Euro

Die Schweizerische Nationalbank wird den Mindestkurs von 1.20 Franken pro Euro weiterhin mit aller Konsequenz durchsetzen. Sie ist bereit, unbeschränkt Devisen zu kaufen. Sie belässt das Zielband für den Dreimonats-Libor bei 0% - 0,25% und strebt nach wie vor einen Dreimonats-Libor nahe bei null an. Auch beim heutigen Kurs bleibt der Franken hoch bewertet und sollte sich weiter abschwächen. Falls die Wirtschaftsaussichten und die deflationären Risiken es erfordern, steht die Nationalbank bereit, jederzeit weitere Massnahmen zu ergreifen.

Im dritten Quartal belebte sich die Weltwirtschaft dank positiver Impulse aus Japan, den USA und China wieder etwas. In Europa blieb das Wachstum dagegen schwach. Zudem trübte sich der konjunkturelle Ausblick für die Eurozone ein. In der Schweiz liess die Wirtschaftsdynamik im dritten Quartal deutlich nach. Die massive Aufwertung des Schweizer Frankens im Sommer belastet die Schweizer Wirtschaft erheblich. Nur dank der günstigen Entwicklung im ersten Halbjahr ist für das gesamte Jahr 2011 noch mit einem Wachstum des realen Bruttoinlandprodukts von 1,5% bis 2% zu rechnen. Für das Jahr 2012 erwartet die Nationalbank ein Wirtschaftswachstum in der Grössenordnung von 0,5%.

Das internationale Umfeld ist nach wie vor von enorm hoher Unsicherheit geprägt. Eine weitere Eskalation der europäischen Staatsschuldenkrise ist nicht auszuschliessen. Eine solche hätte gravierende Folgen für das internationale Finanzsystem. Auch die Wirtschaftsaussichten für die Schweiz sind aufgrund der engen Beziehungen zur Eurozone in hohem Masse vom Verlauf der Krise abhängig.

Im Vergleich zum September hat sich die bedingte Inflationsprognose der Nationalbank nochmals nach unten verschoben. Kurzfristig fällt die Inflation früher in den negativen Bereich, weil sich die vergangene Aufwertung stärker als erwartet auswirkt. Längerfristig dämpfen die verschlechterten Wachstumsaussichten für die Eurozone die Teuerung. Die Prognose zeigt für 2011 eine Inflationsrate von 0,2%. Für 2012 erwartet die Nationalbank eine Inflation von minus 0,3% und für 2013 von plus 0,4%. Hinter dieser Prognose stehen die Annahmen eines Dreimonats-Libors von 0% und eines sich abschwächenden Frankens.

Auf absehbare Zeit gibt es in der Schweiz keine Inflationsrisiken. Sollte sich die Auslandsnachfrage stärker als erwartet abschwächen, würden sich Abwärtsrisiken für die Preisstabilität abzeichnen.

Foto: © SNB

(SNB, 15.12.2011)