SNB legt Euro-Mindestkurs fest

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Nationalbank legt Mindestkurs von 1.20 Franken pro Euro fest

Die gegenwärtig massive Überbewertung des Schweizer Frankens stellt eine akute Bedrohung für die Schweizer Wirtschaft dar und birgt das Risiko einer deflationären Entwicklung.

Die Schweizerische Nationalbank strebt daher eine deutliche und dauerhafte Abschwächung des Frankens an. Sie toleriert am Devisenmarkt ab sofort keinen Euro-Franken-Kurs unter dem Mindestkurs von 1.20. Die Nationalbank wird den Mindestkurs mit aller Konsequenz durchsetzen und ist bereit, unbeschränkt Devisen zu kaufen.

Der Franken ist auch bei 1.20 pro Euro hoch bewertet und sollte sich über die Zeit weiter abschwächen. Falls die Wirtschaftsaussichten und die deflationären Risiken es erfordern, wird die Nationalbank weitere Massnahmen ergreifen.

Kurz-Ansprache von Philipp Hildebrand, Präsident der Schweizerischen Nationalbank, vom 6. September 2011 anlässlich der Einführung eines Mindestkurses des Frankens gegenüber dem Euro

Die Schweizer Wirtschaft hat sich rasch von der letzten grossen Finanzkrise erholt. Tausende von Unternehmen, Arbeitnehmer aber auch die Behörden haben dafür enorme Anstrengungen unternommen.

Internationale Ereignisse haben nun bewirkt, dass sich der Schweizer Franken innert kurzer Zeit sehr stark aufgewertet hat. Dies hat zu einer massiven Überbewertung unserer Landeswährung geführt. Unsere Wirtschaft ist klein und sehr offen. Wir verdienen jeden zweiten Franken im Ausland. Eine massive Überbewertung birgt das Risiko einer Rezession und einer deflationären Entwicklung.

Die Nationalbank strebt daher eine deutliche und dauerhafte Abschwächung des Frankens an. Sie toleriert ab sofort keinen Euro-Franken-Kurs unter Eins Zwanzig. Die Nationalbank wird diesen Mindestkurs mit aller Konsequenz durchsetzen. Sie ist bereit, unbeschränkt Devisen zu kaufen. Unsere Währung ist auch bei Eins Zwanzig pro Euro hoch bewertet. Sie sollte sich über die Zeit weiter abschwächen. Falls die Wirtschaftsaussichten und die deflationären Risiken es erfordern, wird die Nationalbank weitere Massnahmen ergreifen.

Der Weg, den die Nationalbank nun beschreitet, ist anspruchsvoll. Er kann mit sehr grossen Kosten verbunden sein. Wir müssen das in Kauf nehmen. Denn ein Nichtstun würde unserer Volkswirtschaft enormen langfristigen Schaden zufügen. Mit der heutigen Massnahme handelt die Nationalbank im Gesamtinteresse der Schweiz.

(SNB, 06.09.2011)