SNB weist Milliardengewinn aus

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Zwischenbericht der Schweizerischen Nationalbank per 30. September 2011

Die Schweizerische Nationalbank weist für die ersten drei Quartale 2011 einen Konzerngewinn von 5,8 Mrd. Franken aus. Der Goldpreis und die aktuelle Zinssituation haben zu hohen Bewertungsgewinnen auf dem Gold und auf den festverzinslichen Anlagen geführt. Die Aufwertung des Frankens seit Anfang Jahr namentlich gegenüber dem Euro und dem US-Dollar verursachte dagegen wechselkursbedingte Bewertungsverluste.

Der Erfolg auf den Fremdwährungspositionen der Nationalbank beträgt für die ersten drei Quartale 2011 rund 0,3 Mrd. Franken. Die Wechselkursverluste beliefen sich Ende September auf 4,7 Mrd. Franken. Die anderen Erfolgskomponenten der Fremdwährungspositionen konnten dies aber mit einem Beitrag von 5,0 Mrd. Franken mehr als wettmachen.

Der Kilopreis des Goldes notierte per Ende September bei rund 47‘089 Franken, was zu einem Bewertungsgewinn von 5,0 Mrd. Franken führte.

Das Ergebnis der Nationalbank ist überwiegend von der Entwicklung der Gold-, Devisen- und Kapitalmärkte abhängig. Starke Schwankungen sind deshalb die Regel und Rückschlüsse auf das Jahresergebnis nur bedingt möglich. Die Rückstellungen für Währungsreserven der Nationalbank waren Ende letzten Jahres weniger stark als vorgesehen erhöht worden, und die Gewinnausschüttungsreserve sank deutlich in den negativen Bereich. Der Aufbau von Rückstellungen ist in dieser Situation prioritär. Zum heutigen Zeitpunkt können noch keine Aussagen darüber gemacht werden, ob es für 2011 zu einer Dividendenzahlung an die Aktionäre sowie einer Ausschüttung an den Bund und die Kantone kommen wird. Die Nationalbank würde im Übrigen selbst bei vorübergehend negativem Eigenkapital uneingeschränkt handlungsfähig bleiben. Momentan beträgt das Eigenkapital des Stammhauses 45 Mrd. Franken.

Aufwertung des Frankens

Der Erfolg auf den Fremdwährungspositionen von insgesamt 0,3 Mrd. Franken wurde vor allem durch die Wechselkursverluste geprägt. Der Franken hatte sich bis Mitte August gegenüber allen wichtigen Anlagewährungen zum Teil sehr deutlich aufgewertet. Im August und September wurden Massnahmen gegen den massiv überbewerteten Franken getroffen. Am 6. September gab die SNB einen Mindestkurs für den Euro gegenüber dem Franken bekannt, was sich auch auf die übrigen Wechselkurse gegenüber dem Franken auswirkte. Am Quartalsende notierten der US-Dollar 3,1% und der Euro 2,8% tiefer als zu Jahresbeginn. Die wechselkursbedingten Bewertungsverluste von 4,7 Mrd. Franken und die Kursverluste auf Beteiligungspapieren und -instrumenten von rund 3,0 Mrd. Franken konnten durch die Zinserträge von 4,0 Mrd. Franken, die Dividendenerträge von 0,4 Mrd. Franken und die Kurserfolge von 3,7 Mrd. Franken auf den Zinspapieren und -instrumenten wettgemacht werden.

Gestiegener Goldpreis

Auf dem mengenmässig unveränderten Goldbestand entstand ein Bewertungsgewinn von 5,0 Mrd. Franken. Das Gold wurde per 30. September zu 47‘089 Franken pro Kilogramm gehandelt; das waren 4800 Franken mehr als zu Jahresbeginn.

Aufwandüberschuss auf den Frankenpositionen

Die Frankenpositionen haben für die ersten drei Quartale 2011 zu einem Aufwandüberschuss von 148 Mio. Franken geführt. Massgebliches Element war der Aufwand von rund 307 Mio. Franken für die Repo-Geschäfte und die Schuldverschreibungen (SNBBills).

Stabilisierungsfonds positiv

Das Darlehen an den Stabilisierungsfonds konnte in den ersten drei Quartalen 2011 von 11,8 Mrd. Franken (12,6 Mrd. US-Dollar) auf 7,9 Mrd. Franken (8,8 Mrd. US-Dollar) reduziert werden, und das Gesamtrisiko ging von knapp 14 Mrd. Franken auf rund 8,7 Mrd. Franken zurück.

Der Stabilisierungsfonds weist für die ersten drei Quartale 2011 einen Gewinn von 1306 Mio. US-Dollar aus, der Beitrag zum Konzernergebnis beläuft sich auf 573 Mio. Franken.

Zwischenergebnis und Bildung von Rückstellungen

Per Ende September 2011 resultiert – vor der Zuweisung an die Rückstellungen für Währungsreserven – ein Gewinn von 5,8 Mrd. Franken.

Artikel 30 Abs. 1 NBG schreibt der Nationalbank vor, Rückstellungen zu bilden, welche es erlauben, die Währungsreserven auf der geld- und währungspolitisch erforderlichen Höhe zu halten. Die Zuweisung für das laufende Geschäftsjahr wird Ende Jahr festgelegt werden.

(SNB-Communiqué, 31.10.2011)