Schweizerische Nationalbank belässt Leitzins auf Rekordtief

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Nationalbank hält am Mindestkurs unverändert fest

Die Schweizerische Nationalbank hält am Mindestkurs von 1.20 Franken pro Euro unverändert fest und wird ihn mit aller Konsequenz durchsetzen. Sie ist weiterhin bereit, dazu unbeschränkt Devisen zu kaufen. Auch beim heutigen Kurs bleibt der Franken hoch bewertet. Eine erneute Aufwertung hätte schwerwiegende Folgen für die Preis- und Wirtschaftsentwicklung in der Schweiz. Die Nationalbank wird dies nicht zulassen. Wenn nötig ist sie bereit, jederzeit weitere Massnahmen zu ergreifen.

Das Zielband für den Dreimonats-Libor bleibt bei 0% - 0,25%. Die bedingte Inflationsprognose der Nationalbank ist im Vergleich zum März im Wesentlichen unverändert. Sie beruht auf einem Dreimonats-Libor von 0% und geht nach wie vor von einer Abschwächung des Schweizer Frankens über den Prognosezeitraum aus. Die Prognose zeigt für 2012 eine Inflationsrate von minus 0,5%. Für 2013 erwartet die Nationalbank eine Inflation von 0,3% und für 2014 von 0,6%. Auf absehbare Zeit gibt es somit in der Schweiz keine Inflationsrisiken.

Die Nationalbank geht von einer nur langsamen Erholung der Weltwirtschaft aus. Während die Schwellenländer massgeblich zum globalen Wachstum beitragen, bleibt die Dynamik in den Industrieländern verhalten. Insbesondere in Europa entwickelt sich die Konjunktur aufgrund der Finanz- und Schuldenkrise äusserst schwach. In der Schweiz kommt es im weiteren Verlauf des Jahres zu einer deutlichen Verlangsamung der Wirtschaftsaktivität. Nur dank dem überraschend starken Winterhalbjahr erwartet die Nationalbank für 2012 nun ein Wachstum von rund 1,5%.

Die Risiken für die Schweizer Konjunktur bleiben aussergewöhnlich hoch. Die Unsicherheit über die weitere Entwicklung in der Eurozone hat nochmals zugenommen. Falls die globale Konjunktur enttäuscht oder die Turbulenzen an den Finanzmärkten sich verstärken, entstehen in der Schweiz erneut Abwärtsrisiken für die Wirtschaft und die Preisstabilität. Am Schweizer Hypothekar- und Immobilienmarkt für Wohnliegenschaften akzentuierten sich die Ungleichgewichte im letzten Quartal weiter. Die Nationalbank begrüsst deshalb den Entscheid des Bundesrates, das Instrument eines antizyklischen Kapitalpuffers bereitzustellen, der Fehlentwicklungen auf dem inländischen Kreditmarkt entgegenwirken kann.

Foto: © SNB

(SNB, 14.06.2012)