Schweizer Wirtschaft steigt leicht

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Das Bruttoinlandprodukt im 2. Quartal 2011

Zwischen dem ersten und dem zweiten Quartal 2011 ist das reale Bruttoinlandprodukt der Schweiz (BIP) um 0,4% gestiegen*. Positive Wachstumsimpulse gingen vor allem von der Handelsbilanz mit Waren aus, da die Importe zurückgingen und die Exporte zunahmen. Der private Konsum erhöhte sich leicht, während die Bruttoanlageinvestitionen einen Rückgang verzeichneten. Produktionsseitig trugen vor allem die binnenwirtschaftlichen Dienstleistungssektoren zum Wachstum bei, nicht hingegen die Industrie und der durch Finanzmarktdienstleistungen geprägte Sektor. Verglichen mit dem 2. Quartal des Vorjahres resultierte ein BIP-Wachstum von 2,3%.

Der private Konsum ist im 2. Quartal gegenüber dem Vorquartal saisonbereinigt um 0,2% gestiegen. Positive Beiträge lieferten insbesondere die Bereiche Wohnen, Gesundheit und die Rubrik Sonstiges dar, während die Konsumausgaben für Nahrungsmittel deutlich zurückgingen. Der Staatskonsum nahm im 2. Quartal gegenüber dem Vorquartal um 2,8% zu.

Die Bruttoanlageinvestitionen sanken im 2. Quartal gegenüber dem Vorquartal um 2,0%. Der Rückgang belief sich auf 1,5% bei den Ausrüstungsinvestitionen und 2,5% bei den Bauinvestitionen. Nach einer, im Durchschnitt, starken Entwicklung der Bruttoanlageinvestitionen zwischen Ende 2010 und Anfang 2011, kam es im 2. Quartal zu einer Gegenbewegung auf relativ hohem Niveau.

Die Warenexporte (ohne Edelmetalle, Edel- und Schmucksteine sowie Kunstgegenstände und Antiquitäten) stiegen im 2. Quartal um 0,9%. Dabei lieferten die Kategorien Chemikalien und verwandte Erzeugnisse sowie die Uhren positive Impulse. Die Exporte der Rubrik Maschinen, Apparate und Elektronik bildeten sich hingegen zurück. Die Warenimporte (ohne Edelmetalle, Edel- und Schmucksteine sowie Kunstgegenstände und Antiquitäten) nahmen um 1,9% ab. Der Rückgang betraf fast alle Rubriken der Warenimporte.

Die Dienstleistungsexporte sanken im 2. Quartal um 6,2%. Stark zu diesem Rückgang trugen die sehr volatilen Transithandelsgeschäfte bei. Die Tourismusexporte stagnierten. Ebenfalls rückläufig war die Entwicklung der Dienstleistungsimporte (-1,3%).

Auf der Produktionsseite trugen der Bereich Handel, Gastgewerbe, Verkehr und Nachrichtendienste (+0,9%) sowie der durch öffentliche Dienstleistungen geprägte Sektor (+0,7%) im 2. Quartal positiv zum BIP-Wachstum bei. Demgegenüber stagnierte die Wertschöpfungsentwicklung in der Industrie und verlief im durch Finanzmarktdienstleistungen geprägten Sektor gar leicht rückläufig (-0,1%).

Der Deflator des Bruttoinlandprodukts stieg um 0,8% im Vergleich zum 2. Quartal 2010. Ebenfalls im Vergleich zum Vorjahresquartal setzten die Preise für Ausrüstungsgüter ihren Rückgang, der seit Anfang 2009 zu beobachten ist, fort (-2,8%). Der Deflator der Bauinvestitionen nahm um 2,0% zu. Die seit einigen Quartalen andauernde rückläufige Tendenz der Aussenhandelspreise setzte sich ebenfalls fort: die Exportpreise sanken um 1,8% und die Importpreise um 0,9%.

* Ohne gegenteilige Anmerkung werden die hier aufgeführten Veränderungsraten gegenüber dem Vorquartal (ohne Hochrechnung auf Jahresbasis) aus saison- und preisbereinigten Reihen berechnet. «Real» steht dabei als Abkürzung für die Formulierung «zu Preisen des Vorjahres, verkettete Werte, Referenzjahr 2000».

Links:

Entwicklung des Bruttoinlandprodukts (Tabellen) (pdf, 31kb)
Entwicklung des Bruttoinlandprodukts (Grafik) (pdf, 75kb)

(SECO, 01.09.2011)