Mehr Verkehrstote im 1. Halbjahr 2012

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Die Zahl der Verkehrstoten ist im ersten Halbjahr 2012 leicht gestiegen

Im ersten Halbjahr 2012 sind bei Unfällen auf den Schweizer Strassen 166 Menschen gestorben; das sind drei mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. 1955 Personen wurden schwer verletzt, 179 weniger als 2011. Dies zeigt die Auswertung des Strassenverkehrsunfall-Registers des Bundesamtes für Strassen (ASTRA). Starken Einfluss auf die Statistik hatte das tragische Carunglück im Tunnel von Siders am 13. März 2012.

Die Halbjahresstatistik 2012 wird vom Carunfall in einem Nationalstrassentunnel der Autobahn A9 bei Siders mit 28 tödlich verunfallten und 24 schwerverletzten Kindern und Erwachsenen geprägt. Dieser Unfall hat einerseits bewirkt, dass die Anzahl schwer verunfallter Personen in der Rubrik "Gesellschaftswagen" sprunghaft angestiegen ist. Andererseits ist dem Unglück zuzuschreiben, dass die Zahl der tödlich verunfallten Personen auf Autobahnen gegenüber der Vorjahresperiode zugenommen hat. Hingegen ist unter der Rubrik der Schwerverletzten auf Autobahnen trotz des schweren Carunfalls ein Rückgang von 9 Prozent zu verzeichnen. Auch der Anteil der Schwerverletzten am Gesamttotal ist nach wie vor konstant tief. Ohne den tragischen Unfall im Wallis läge die Zahl der schwer verunfallten Personen auf tiefem Niveau wie in den 1940er Jahren.

Rückgang bei verunfallten Autoinsassen und Fahrradfahrenden

Markant zurückgegangen ist auf den Schweizer Strassen die Zahl der tödlich verunfallten Menschen in Personenwagen: Von Januar bis Juni 2012 starben 41 Personen - gut halb so viele wie 2011. Ebenfalls rückläufig ist die Zahl der schwer verunfallten Fahrradfahrenden. Im Vergleich mit dem Halbjahr 2011 ist die Anzahl Schwerverletzte um 4 Prozent, diejenige der tödlich Verunfallten sogar um 26 Prozent zurückgegangen.

Dieser positiven Entwicklung steht ein negativer Trend bei den Motorradfahrenden und Fussgängern gegenüber. Mit 36 tödlich verunfallten Motorradfahrenden ist im Vergleich mit dem ersten Halbjahr 2011 eine Zunahme von 20 Prozent zu verzeichnen. Dem steht ein Rückgang bei den schwerverletzten Motorradfahrenden von 20 Prozent beziehungsweise 131 Personen gegenüber.

Die Zahl der getöteten Fussgänger ist im ersten Halbjahr 2012 auf 33 angestiegen. Dies entspricht 22 Prozent mehr als in der Vorjahresperiode. Zwar reduzierte sich die Anzahl der tödlich verunfallten Personen auf Zebrastreifen deutlich. Hingegen hat sich die Zahl der nicht auf Zebrastreifen getöteten Fussgänger mehr als verdoppelt (+117 Prozent).

Die Halbjahresstatistik der Strassenverkehrsunfälle basiert auf dem Strassenverkehrsunfall-Register des ASTRA. Es enthält Unfälle auf öffentlichen Strassen oder Plätzen, in die mindestens ein motorisiertes oder nicht motorisiertes Fahrzeug oder ein Fussgänger mit einem fahrzeugähnlichen Gerät verwickelt ist. Als schwer verletzt gelten Personen mit einer schweren, sichtbaren Beeinträchtigung, die normale Aktivitäten zu Hause für mindestens 24 Stunden nach dem Unfall verhindert. Als getötet gelten Personen, die infolge eines Unfalls auf der Unfallstelle oder innerhalb von 30 Tagen nach dem Unfall an den Unfallfolgen sterben. Bei letzteren Personen ist das Unfalldatum ausschlaggebend für die Zuordnung zu einem Statistikhalbjahr.

Weil die Erfassung der mutmasslichen Hauptursache und die Unterscheidung von Velotypen (z.B. E-Bike) erst seit dem 1.1.2011 erfolgt, sind für die Jahre 2007 bis 2010 keine entsprechenden Angaben vorhanden und folglich ist kein Vergleich mit dem Durchschnitt 2007 bis 2011 möglich.

Die Halbjahresstatistik enthält provisorische Ergebnisse. Die definitiven Ergebnisse werden im Frühjahr 2013 publiziert.

Download

Tabellen (pdf, 56kb)

(ASTRA, 04.09.2012)