Konkurseröffnungen im 2010 haben zugenommen

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Leichte Zunahme der Konkurseröffnungen 2010

2010 wurden in der Schweiz gemäss revidierter Erhebungsmethode 10'932 Konkurseröffnungen verzeichnet. Das sind 4,3 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Verluste aus Abschlüssen von Konkursverfahren gingen im gleichen Zeitraum um 8,3 Prozent zurück. Zudem wurden 2010 über 2,6 Millionen Zahlungsbefehle ausgestellt, 5,1 Prozent mehr als im Vorjahr. Soweit die wichtigsten Ergebnisse der Betreibungs- und Konkursstatistik des Bundesamtes für Statistik (BFS).

Revision der Betreibungs- und Konkursstatistik

Mit dem Inkrafttreten von Artikel 731b OR, der die Eröffnung von Konkursverfahren gegen Gesellschaften mit organisatorischen Mängeln vorsieht, wurde eine Revision der Betreibungs- und Konkursstatistik notwendig. Bei diesen Verfahren handelt es sich um Gesellschaftsauflösungen und nicht um Konkurse im wirtschaftlichen Sinne, weshalb sie vom Total der Eröffnungen von Konkursverfahren abgezogen wurden.

Leichte Zunahme der Konkurseröffnungen

2010 wurden in der Schweiz 10'932 Konkurse gegen natürliche oder juristische Personen eröffnet. Gegenüber 2009 bedeutet dies einen Anstieg um 453 Fälle oder 4,3 Prozent. Wie schon in den Vorjahren entfiel nahezu die Hälfte der in der Schweiz eröffneten Konkurse auf die vier folgenden Kantone: Zürich (1588, 14,5%), Waadt (1537, 14,1%), Bern (1237, 11,3%) und Genf (1015, 9,3%).

Auf kantonaler Ebene verlief die Entwicklung zwischen 2009 und 2010 uneinheitlich. In 19 Kantonen stieg die Zahl der Konkurseröffnungen an, in den übrigen 7 Kantonen war sie rückläufig. Die stärkste Zunahme wurde im Kanton Aargau verzeichnet (+108, +20,3%), die stärksten Rückgänge registrierten die Kantone Thurgau (-149, -35,7%) und Neuenburg (-71, -18,2%).

Deutlicher Rückgang der Verluste

2010 belief sich die Zahl der Abschlüsse von Konkursverfahren (Gesellschaftsauflösungen nach Art. 731b OR inklusive) auf 11'725, verglichen mit 10'681 im Jahr 2009 (+1044, +9,8%). Hier ist hervorzuheben, dass die erledigten Fälle nicht nur im Berichtsjahr eröffnete Verfahren betreffen, sondern auch solche aus den Vorjahren.

Schweizweit betrachtet beliefen sich im Jahre 2010 die Verluste aus Abschlüssen von ordentlichen und summarischen Konkursverfahren auf 2,1 Milliarden Franken. Das sind 187,6 Millionen weniger (-8,3%) als im Vorjahr. Dies ist der niedrigste Betrag der letzten zehn Jahre und entspricht lediglich 43,9 Prozent der Rekordsumme aus dem Jahr 2004.

Die grössten Verluste verzeichnete der Kanton Waadt mit 277,9 Millionen Franken, gefolgt von Zürich (270,8 Millionen), Zug (266,8 Millionen) und Genf (200,8 Millionen).

Zunahme der Betreibungshandlungen

2010 wurden über 2,6 Millionen Zahlungsbefehle ausgestellt (+5,1% gegenüber 2009). Diese bilden den Beginn einer Betreibungshandlung. In über 1,3 Millionen Fällen, in denen keine Begleichung der Schuld erfolgte, wurden Pfändungen von Vermögenswerten der Schuldner vollzogen. Die Zahl der Verwertungen stieg zwischen 2009 und 2010 von 464'942 auf 493'872 (+28'930, +6,2%).

(BSF, 27.05.2011)