DOTTIKON ES schliesst 1. Halbjahr 2012/13 erneut mit Verlust ab

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DOTTIKON ES mit höherem Umsatz und Verlust

Die als strategischer Entwicklungs- und Produktionspartner positionierte und auf die Exklusiv-Synthese von Feinchemikalien mit Sicherheitskritischen Reaktionen spezialisierte DOTTIKON ES-Gruppe hat per 30. September 2012 das erste Geschäftshalbjahr 2012/13 abgeschlossen. Wie bereits vorangekündigt, konnte der Nettoumsatz gegenüber der Vorjahresperiode um 22% auf CHF 37.7 Mio gesteigert werden. Die Produktionsleistung – Nettoumsatz plus Bestandesänderungen von Halb- und Fertigfabrikaten – ging hingegen aufgrund von unerwarteten Verzögerungen von Projekten und Produkten in der Wachstums- respektive Reifephase um 9% zurück. Der Materialaufwand wurde um 26% gesenkt. Der Personalaufwand und der übrige betriebliche Aufwand sind aufgrund von Vorholeffekten um 3% respektive 19% erhöht worden. Erstes durch Personalaufbau zur Verbreiterung der Projektpipeline sowie der Produktpalette, zweites durch Nutzung der tieferen Auslastung für umfassendere Revisionen an bestehenden Anlagen. Es resultierte in der Berichtsperiode ein um CHF 1.3 Mio höherer Reinverlust von CHF 4.0 Mio.

Das Wirtschaftswachstum schwächt sich weltweit ab. Die öffentliche Schuldenlast, gemessen an der Wirtschaftsleistung, ist in Europa weiter angestiegen. Die kumulierte Verschuldung der Euro-Staaten erreicht nun mit 90 Prozent des Bruttoinlandproduktes einen neuen Höchststand.

Gleichzeitig steigen die Fiskalquoten an. Taten im Sinne von Sparen durch tiefere Ausgaben bleiben vorerst aus. Die Wirtschaftsentwicklung in den USA ist kraftlos. Die Unsicherheit bewegt Unternehmen dazu, ihre Investitionspläne zu sistieren. Obwohl die Schwellenländer das globale Wachstum weiterhin stützten, fallen ihre Wachstumsraten geringer aus als erwartet. Notenbanken erhöhen die Geldmenge und kaufen im grossen Stil Staatsanleihen ihrer eigenen Heimatregionen und monetarisieren so Staatsschulden. Aus der Finanzkrise ergeben sich konkrete sicherheitspolitische Herausforderungen. Drastische Sparmassnahmen, Massenarbeitslosigkeit und fehlende Perspektiven können Gesellschaften destabilisieren und Länder unregierbar machen oder radikalisieren. Die Folge wären regionale Krisen bis hin zu Spannungen zwischen Nachbarn. Durch die allgemeine Zunahme der Unsicherheit und der damit verbundenen Möglichkeit von Versorgungsunterbrüchen werden Sicherheit, Vertrauen, Zuverlässigkeit, Nach- und Werthaltigkeit immer wichtiger.

Patentabläufe, forcierte Abgabe von Generika, Einschränkungen der Kostenerstattungen durch staatliche Krankenkassen sowie staatlich verordnete Senkungen der Medikamentenpreise erhöhen den Preis- und Margendruck auf die Pharmaunternehmen weiter. Sowohl für Europa als auch Japan wird für die nächsten Jahre eine Kontraktion des Pharmamarktes bei zunehmendem Generikaanteil erwartet. Das erwartete Wachstum in den USA ist auf magere ein bis zwei Prozent geschrumpft. Starkes Wachstum von deutlich über 10 Prozent erwartet man weiterhin für die sogenannten Pharmerging-Märkte wie China, Indien, Brasilien oder Mexiko, welche jedoch vor allem durch die tiefmargigen Generika dominiert werden und in denen die Marktanteile aufgrund zunehmender Konkurrenz hart umkämpft sind. Zu oft werden unzulässige Kompromisse bei der Qualität für tiefere Kosten als Gegenleistung eingegangen, wie die kürzlich erteilte hohe Zahl an Warning Letters der amerikanischen Gesundheitsbehörde FDA an etablierte globale Pharmaunternehmen zeigt.

Einige Pharmaunternehmen reagieren auf den Kosten- und Innovationsdruck mit Portfolioanpassungen und Auslagerungen der Forschungs- und Entwicklungstätigkeit an kleinere Pharma- und Biotech-Unternehmen. Andere wiederum setzen mit weiterhin hohen Forschungs- und Entwicklungsausgaben auf die Ablösung altgedienter Standardbehandlungen oder wagen sich in neue Indikationsgebiete vor, wo der Preisdruck deutlich weniger ausgeprägt ist, aber aufgrund des Neuheitscharakters höhere Zulassungsrisiken bestehen. Seit 2010 hat die Anzahl Zulassungen neuer niedermolekularer Medikamente (New Molecular Entities) durch die FDA in den USA wieder deutlich zugenommen, trotz rückläufiger Erfolgsraten in den klinischen Phasen II und III.

In der Berichtsperiode hat die Nachfrage für zuverlässige und stabile Entwicklung von chemischen Prozessen weiter zugenommen. Neue Projekte, die vorerst volumenmässig noch klein, aber äusserst entwicklungsintensiv sind, konnten in der Berichtsperiode durch DOTTIKON ES erfolgreich akquiriert werden. Diese werden nun für die Kunden schrittweise in den Produktionsmassstab entwickelt. Die Nachfrage nach Grossmengenkapazität zur Multitonnen-Wirkstoffproduktion unter höchsten Sicherheits- und Pharmaqualitätsstandards war in der Berichtsperiode noch schleppend.

Dass DOTTIKON ES den hohen Qualitätsanforderungen in allen Belangen gerecht wird, bezeugt ein weiteres, ohne jegliche Beanstandungen erfolgreich absolviertes FDA-Audit vom vergangenen September. In der Berichtsperiode zeichnete sich bei DOTTIKON ES auch eine weitere Zunahme an Projekten mit qualitativ hochwertigen, anspruchsvollen Exklusiv-Synthesen und Produktion unter Zeitdruck ausserhalb des Pharmamarktes ab. Die Positionierung als an einem Standort integrierter, technologisch versierter, strategischer Entwicklungs- und Produktionspartner zeigt in diesen oft äusserst innovativen Nischenmärkten für die Zukunft Erfolg versprechende Resonanz.

Im vergangenen ersten Geschäftshalbjahr konnte der Nettoumsatz im Vergleich zur Vorjahresperiode um 22 Prozent auf CHF 37.7 Mio gesteigert werden und der relative sowie der absolute Anteil am Nettoumsatz mit neuen Nicht-Pharmaprojekten wurde erfreulicherweise überproportional ausgebaut. Hingegen ging die Produktionsleistung – Nettoumsatz plus Bestandesänderungen von Halb- und Fertigfabrikaten – aufgrund von unerwarteten Verzögerungen bei Projekten und Produkten in der Wachstums- respektive Reifephase zurück. Der Materialaufwand ist in der Berichtsperiode infolge des Lagerabbaus an Halb- und Fertigfabrikaten sowie des verbesserten Produktemix um CHF 2.9 Mio gesunken. Der Personalaufwand hingegen hat sich – infolge Wegfalls von Kurzarbeitsentschädigungen, 5 Prozent Personalaufbau zur Verbreiterung der Projektpipeline sowie der Produktpalette, aber tieferen versicherungsmathematischen Nettovorsorgeaufwands und somit tieferer als effektiv geleisteter Arbeitgeberbeiträge – um CHF 0.5 Mio erhöht. Auch der übrige betriebliche Aufwand ist, aufgrund der Nutzung der tieferen Auslastung im ersten Geschäftshalbjahr für umfassendere Revisionen an bestehenden Anlagen, gegenüber der Vorjahresperiode um CHF 1.2 Mio angestiegen. Zusammen mit den Vorholeffekten bei den Kosten infolge der Verbreiterung der Projektpipeline sowie der Produktpalette mit anspruchsvollen Neuprojekten resultierte für die Berichtsperiode ein Reinverlust von CHF 4.0 Mio. Per Ende der Berichtsperiode verfügt DOTTIKON ES weiterhin über einen soliden Cashbestand an flüssigen Mitteln und Festgeldanlagen von CHF 48.2 Mio sowie eine weiterhin starke Eigenkapitalquote von 87.2 Prozent und ist damit für allfällige anhaltende Unwägbarkeiten im gegenwärtigen, sich abkühlenden Umfeld gut gewappnet.

Die Unternehmensstrategie – Leistungsführerschaft als Spezialist für Sicherheitskritische Reaktionen – wird fortgesetzt. DOTTIKON ES richtet den Fokus weiterhin auf Sicherheit, Zuverlässigkeit, hohe Flexibilität sowie Geschwindigkeit und positioniert sich als strategischer Entwicklungs- und Produktionspartner. Die Ein-Standortstrategie erlaubt kurze Entscheidungs- und Kommunikationswege. Dies garantiert rasche und effiziente Projektentwicklung sowie klare und transparente Kommunikation mit den Kunden. Durch diese Ausgangslage erbringt DOTTIKON ES unter Verwendung Sicherheitskritischer Reaktionen über den ganzen Produktlebenszyklus hinweg einen Mehrwert für ihre Kunden. Im Umfeld der über die letzten 100 Jahre geschaffenen Sicherheitskultur setzt DOTTIKON ES Sicherheitskritische Reaktionen, Tieftemperatur- und Hochdruck-Chemie sowie kontinuierliche Prozessführung innovativ ein, um herkömmliche chemische Syntheserouten zu hinterfragen, zu straffen oder zu verkürzen.

Trotz einer sich abzeichnenden leicht verbesserten Geschäftsdynamik im laufenden zweiten Geschäftshalbjahr erwartet DOTTIKON ES im Umfeld der sich eintrübenden globalen Wirtschaftslage für das gesamte Geschäftsjahr 2012/13 zwar weiterhin eine Zunahme im Nettoumsatz, jedoch eine Verzögerung in der geplanten Rückkehr in die Gewinnzone.

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Halbjahresbericht

Das Unternehmen DOTTIKON ES, mit dem Produktionsstandort Dottikon im Kanton Aargau, ist spezialisiert auf chemische Sicherheitskritische Reaktionen und positioniert sich als strategischer Entwicklungs- und Produktionspartner. Im Umfeld der über die letzten 100 Jahre geschaffenen Sicherheitskultur werden Sicherheitskritische Reaktionen, Tieftemperatur- und Hochdruck-Chemie sowie kontinuierliche Prozessführung innovativ eingesetzt, um herkömmliche chemische Syntheserouten zu hinterfragen, zu straffen oder zu verkürzen, Ausbeuten, Selektivität und Reinheit zu verbessern sowie Reststoffe zu reduzieren.

DOTTIKON ES nutzt ihr vielseitiges Technologie- und Anlagenportfolio, um chemische Prozesse zu entwerfen, zu entwickeln und laufend zu verbessern, aus dem Kilogramm- in den Multitonnenbereich zu skalieren sowie um hochqualitative Veredelungschemikalien, Zwischenprodukte und Exklusivwirkstoffe für die weltweit führenden chemischen und pharmazeutischen Unternehmen zu produzieren. Die Einstandortstrategie erlaubt kurze Entscheidungs- und Kommunikationswege. Dies garantiert rasche und effiziente Projektentwicklung sowie klare und transparente Kommunikation mit den Kunden.

Die DOTTIKON ES HOLDING AG ist kotiert an der SIX Swiss Exchange. (Symbol: DESN; Valor: 2073900; ISIN: CH0020739006)

Bild: © Dottikon ES

(Communiqué, 30.11.2012)