BAKBASEL senkt Konjunkturprognose für 2012 und 2013

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Wachstumsvorsprung nimmt ab

BAKBASEL hat die Prognose für das Schweizer Wirtschaftswachstum im Jahr 2012 von 1.5 Prozent auf 0.9 Prozent zurückgenommen. Für das Jahr 2013 prognostiziert BAKBASEL ein BIP Wachstum von 1.2 Prozent (bisher +1.6%). Damit verläuft die Schweizer Wirtschaftsentwicklung weiterhin besser als bei den europäischen Nachbarn, allerdings fällt der Wachstumsvorsprung geringer aus als bisher angenommen.

Die Revision ist sowohl technischer Natur wie auch der konjunkturellen Grosswetterlage geschuldet: So ist die Schweizer Volkswirtschaft gemäss den revidierten Daten zur volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung mit deutlich weniger Schwung in das Jahr 2012 gestartet als bisher angezeigt. Hinzu kommt der nochmals schlechtere Ausblick für den Schweizer Exportsektor. Dank der robusten Schweizer Binnenkonjunktur ist jedoch nicht mit einer rezessiven Entwicklung zu rechnen.

Verhaltene Entwicklung im zweiten Halbjahr 2012

Die Schweizer Wirtschaft hat sich im zweiten Quartal 2012 wie erwartet abgekühlt. Auch für das zweite Halbjahr 2012 ist nur ein bescheidener Konjunkturverlauf zu erwarten, da angesichts des schwierigen aussenwirtschaftlichen Umfeldes und der anhaltenden Frankenstärke vom Güteraussenhandel weiterhin negative Impulse ausgehen werden. Mittlerweile belastet nicht nur die Eurokrise das Exportgeschäft, auch aus den wichtigen Absatzmärkten USA und Asien kommt wenig Rückenwind für die Schweizer Exporteure.

Die Dienstleistungsexporte dürften hingegen im dritten Quartal trotz der schwachen Tourismusnachfrage einen positiven Wachstumsbeitrag generieren, da der Transithandel von den hohen Rohstoffpreisen und reichlich vorhandener Liquidität profitiert.

Stützend wirkt sich vor allem die weiterhin robuste Konsumtätigkeit der privaten Haushalte aus. Der private Konsum profitiert dabei von der anhaltend regen Zuwanderung sowie dem historisch niedrigen Zins- und Inflationsniveau. Auch der öffentliche Sektor gibt sich dank der gesunden Staatsfinanzen – im Gegensatz zu vielen anderen europäischen Ländern – weiterhin expansiv. Positive Wachstumsimpulse sind im zweiten Halbjahr 2012 auch von den Bauinvestitionen zu erwarten, welche einen Grossteil des witterungsbedingten Einbruchs vom ersten Quartal 2012 aufholen werden.

Insgesamt erwartet BAKBASEL für das dritte und vierte Quartal 2012 trotz der schwachen weltwirtschaftlichen Nachfrage in der Schweiz eine Stagnation und keine Rezession. Für das Gesamtjahr 2012 ergibt sich damit ein Wachstum des Schweizer Bruttoinlandsprodukts von 0.9 Prozent. Die Schweiz kann sich der Belastung durch die Eurokrise zwar nicht entziehen, das Wachstumstempo liegt damit jedoch weiterhin über dem Durchschnitt der Nachbarländer.

Allmähliche Stabilisierung der Konjunktur im Jahr 2013

Das Basisszenario von BAKBASEL geht unverändert davon aus, dass es im Jahresverlauf 2013 zu einer allmählichen Belebung der Konjunktur kommen wird. Aufgrund der zuletzt mehrheitlich enttäuschenden globalen Konjunkturindikatoren wird die Erholung von aussenwirtschaftlicher Seite jedoch später und langsamer einsetzen als bisher erwartet. Allerdings ist mit den jüngsten Ankündigungen der EZB das Potenzial für positive konjunkturelle Überraschungen gestiegen. Wichtigste Wachstumsstütze bleibt 2013 die Binnennachfrage: Bei den Staatsausgaben als auch dem privaten Konsum rechnet BAKBASEL mit robusten Zuwachsraten. Die hohe Dynamik des Jahres 2012 wird allerdings nicht mehr erreicht.

Der Exportsektor dürfte im Jahresverlauf 2013 allmählich Tritt fassen. Eine gegenüber 2012 leicht beschleunigte Entwicklung ist sowohl bei den Güter- als auch den Dienstleistungsexporten zu erwarten. Insgesamt geht BAKBASEL für das Jahr 2013 nach dem klar negativen Impuls im laufenden Jahr wieder von einem neutralen Aussenbeitrag aus.

Die Bauinvestitionen werden nach dem Rückgang 2012 im 2013 minimal ansteigen. Bei den Ausrüstungsinvestitionen rechnet BAKBASEL mit einem deutlich verlangsamten Zuwachs. Insgesamt werden daher von Seiten der Investitionen keine signifikanten Wachstumsimpulse ausgehen.

Arbeitslosigkeit steigt leicht an – Frankenkurs und Geldpolitik unverändert

Angesichts der verhaltenen Konjunkturaussichten und der bereits unterdurchschnittlichen Kapazitätsauslastung in der Schweizer Industrie prognostiziert BAKBASEL für 2013 einen leichten Anstieg der Arbeitslosenquote auf 3.2 Prozent (Stand August 2012: 2.9%, bereinigt um saisonale Effekte).

Bei der Geldpolitik der SNB und dem Aussenwert des Frankens sind im kommenden Jahr keine grossen Veränderungen zu erwarten. In Anbetracht der schwachen internationalen Konjunktur und der weiterhin regen Nachfrage nach dem «sicheren Hafen» Schweizer Franken geht BAKBASEL davon aus, dass der Franken auch 2013 sehr nahe an der Frankenuntergrenze von 1.20 CHF/Euro verharren wird. Somit ist noch für geraume Zeit nicht mit Zinserhöhungen in der Schweiz zu rechnen. Die Teuerungsrate wird 2013 auf sehr niedrigem Niveau in den positiven Bereich kehren und im Jahresdurchschnitt 2013 +0.1 Prozent betragen.

(Communiqué, 11.09.2012)